Arbeitspause

Selbstironisch und mit Leichtigkeit durchs Leben

03.03.2017 / Veröffentlicht in Blog, Persönlichkeitsentwicklung

Selbstironie ist für viele Menschen ein Fremdwort.

Sie neigen dazu, sich selbst zu verurteilen und sich schwerste Vorwürfe zu machen, wenn ihnen (mal) wieder ein Missgeschick unterläuft.

Und natürlich kann man das so machen, die Frage ist nur, wie günstig dies für einen selbst ist?

Was bedeutet selbstironisch?

Ich will Dir eine kleine Geschichte von einem äußerst erfolgreichen Manager erzählen.

Dieser hatte mit der obersten Leitung der Firma einen wichtigen Termin.

Vielleicht den Wichtigsten in seinem Leben.

Am Morgen des Termins hatte dieser Mann das erste Mal in seinem Leben verschlafen.

Schnell beeilte er sich, da er nicht zu spät kommen wollte.

In der Eile hatte er nicht bemerkt, dass er zwei verschiedene Schuhe anzogen hatte.

Einen hellbraunen und einen schwarzen.

Kurz bevor der Termin startete, bemerkte er es.

Und er lächelte, begrüßte die Teilnehmer und meisterte diesen Termin ganz souverän und erreichte seine Ziele.

Bemerkenswert, oder?

Ihm war es schlicht egal, dass er zwei verschiedene Schuhe zu diesem wichtigen Termin trug.

Selbstironie: Du entscheidest, ob Du ein Problem hast oder nicht

Er erkannte für sich, dass die unterschiedlichen Schuhe für ihn kein Problem darstellten.

Und so meisterte er die Situation souverän.

Die Verwirrung entstand auf der anderen Seite.

Bei der Firmenleitung.

Nicht bei dem Träger der Schuhe.

Wie hat er dies gemacht?

Er hakte diese Tatsache selbstironisch ab und schenkte ihr keine Beachtung mehr.

Keine Selbstverurteilung, keine Vorwürfe, keine schlechten Gefühle, kein Selbsthass.

Es war für ihn völlig in Ordnung, dort mit verschiedenen Schuhen zu sitzen.

Das ist in meinen Augen gelebte Leichtigkeit.

Und Selbstbewusstsein.

Nicht weil diese Person besonders mutig war, sondern weil sie sich über ihre Qualitäten bewusst war.

Die Schuhe hatten nichts an diesem Bewusstsein ändern könnten.

Die Selbstironie hat dabei geholfen, diesen Umstand nicht ernst zu nehmen.

Er verurteilte sich nicht dafür, vermutlich lächelte er kurz und schlug das eine Bein über das andere.

Ich mag diese Geschichte sehr, denn sie ist ein tolles Beispiel dafür, wie wichtig es ist, die eigenen Gedanken zu steuern.

Und sie lässt sich so schön auf das eigene Leben übertragen.

Selbstironie, der Schlüssel zu mehr Leichtigkeit

Angenommen, Du hast nach dem Mittag eine wichtige Besprechung mit Deinem Chef oder Deiner Chefin.

Das war der Nudelsauce, die nun auf Deiner weißen Bluse / Deinem weißen Hemd klebt, ziemlich egal.

Darüber könntest Du Dich jetzt aufregen.

Sich selbst, Gott und die Welt verfluchen, warum ausgerechnet Dir das (wieder einmal) passieren musste.

Wie gesagt, das könntest Du tun, musst Du aber nicht.

Schauen wir doch nüchtern auf diese Geschichte, Du hast Dich mit Sauce bekleckert.

Das passiert den Besten.

Stell Dir einmal vor, einem Vorbild von Dir würde das Missgeschick mit der Sauce gerade passieren.

Oder dem Mann mit den verschiedenen Schuhen.

Meinst Du diese Personen würden sich mit schwersten Anschuldigen, Vorwürfen, Selbsthass und Selbstzweifel bestrafen?

Selbstironie öffnet das Tor zur Selbstliebe

Ich denke hier hilft es, selbstironisch mit sich selbst umzugehen.

Der Fleck ist sowie so da, das lässt sich nicht leugnen.

So what?

Das ändert ja nichts an Dir selbst und Deinen Qualitäten.

Du trägst also einen Saucenfleck zur Schau.

So what?

Vielleicht wird Dein Chef oder Deine Chefin das im folgenden Termin überhaupt nicht bemerken.

Und wenn sie es tut, wird er oder sie vermutlich herzlich drüber lachen.

Das tut sie mit sicherer Wahrscheinlichkeit nicht, um Dir eins auszuwischen, sondern weil es menschlich ist.

Du bist ein Mensch.

Keine Maschine.

Ganz ehrlich, warum solltest Du darüber nicht selbst lachen können?

Das Leben ist zu kurz, um sich immer und immer wieder Vorwürfe zu machen.

Fazit:

Ich glaube, dass ein großer Teil unserer Lebensqualität darin besteht, eine gute Beziehung mit uns selbst zu führen.

Wenn wir uns selbst ein gnadenloser Kritiker sind und nicht selbstironisch durchs Leben gehen, dann gibt es auch keine Leichtigkeit.

Dann werden wir uns immer und immer wieder an unseren eigenen Vorstellungen messen und be- und verurteilen.

Damit sage ich nicht, dass uns alles egal sein sollte, wenn uns etwas misslingt, ich sehe aber eher eine Chance darin, daraus zu lernen.

Bestrafung durch schlechte Gedanken über uns selbst, Missachtung oder was uns sonst noch so alles einfällt halte ich für äußerst ungünstig.

Wie ist das bei Dir in Deinem Leben?

Was für Erfahrungen hast Du mit der Selbstironie gesammelt?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Nur das Beste
Dein Michael

Michael

Über Michael

Ich bin zertifizierter Business Coach (IHK) und liebe Veränderung und Persönlichkeitsentwicklung. Veränderung funktioniert dann nachhaltig, wenn wir ein klares “JA” dafür haben und wenn die Ziele, die wir uns setzen, nicht zu groß sind, und zu uns passen. Schritt für Schritt mutig aus der Komfortzone, vom Kleinen zum Großen.

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