Arbeitspause

Treibt Dich Dein Perfektionismus auch manchmal in den Wahnsinn? Dann solltest Du unbedingt diese kleine Übung ausprobieren

08.08.2017 / Veröffentlicht in Allgemein

Dieser Artikel ist für all die lieben Menschen da draußen, die von sich wissen, dass sie Perfektionisten sind.

Und auch für die, die über sich selbst sagen würden, dass das nur in bestimmten Bereichen auf sie zutrifft, in dieser Gruppe bin auch ich anzutreffen.

Selbstverständlich ist der Artikel aber auch für die, die mit Menschen wie mir interagieren, ich verspreche, hier lernst Du uns besser kennen. 🙂

Wenn Du ein vollkommener, also ein 100%iger Perfektionist bist, dann weißt Du sicherlich, wie anstrengend das Leben sein kann…

Es ist halt erst perfekt, wenn es perfekt ist.

Pareto? Schon mal gehört, die Theorie ist bekannt, aber sich mit 80% zufriedengeben? Hmmmmm, lieber nicht!

Bei mir ist es so, dass mich mein Teilperfektionismus oft vom Anfangen abhält.

Ich denke mich dann irgendwann quer und fange entweder gar nicht mehr an oder bin bereits so sehr gestresst, sodass ich mich dadurch dann noch mehr stresse und unter Druck setze.

Es ist gut, darum zu wissen.

Perfektionismus: Wann ist gut gut genug?

Stellst Du Dir auch manchmal folgende Fragen:

  • “Wie kann ich den Punkt erkennen, dass mich alles was ich jetzt noch tue, mich einen ungeheuren Aufwand kosten wird, ohne dabei aber noch nennenswerte Verbesserungen herausholen zu können?”
  • “Und wenn ich den Punkt erkenne, wie kann ich mich dann dazu entscheiden, dass es bereits gut genug ist?”
  • “Wie kann ich vermeiden, dass diese Entscheidung mit meinen eigenen Ansprüchen kollidiert?”

Wo auch immer der Perfektionismus entsprang, er ist ein Teil von uns.

Und er ist ja auch für etwas gut, durch ihn liefern wir fantastische Ergebnisse ab, zumindest empfindet es unsere Umwelt so 😉

Wir selbst sehen das meist nicht so, sonst könnten wir uns ja ständig auf die Schulter klopfen und uns selber feiern.

Das ist eher untypisch für Perfektionisten.

Was aber können wir tun, um zu lernen, dass wir auch hin und wieder fünfe grade sein lassen könnten?

Ich denke, es geht darum, Erfahrungen zu sammeln, denn der Perfektionismus basiert wie viele unserer Eigenschaften auf unserer Erziehung, unseren Erfahrungen in Form von Glaubenssätzen und Werten.

Mit anderen Worten, sie sind ganz tief in uns verankert und deshalb sind wir uns ihrer auch nicht unbedingt in vollem Umfang bewusst.

Unperfekte Erfahrungen sammeln, ohne Dich selbst zu überfordern

Der Kerngedanke dieser Übung lautet:

Sei in einer einzigen Hinsicht einmal unperfekt.

Und dann beobachte, wie sich das anfühlt und welche Konsequenzen es hat.

Erinnere Dich an das Komfortzonenmodell, es wäre ungünstig, wenn Du versuchst, Deine Erfahrungen in der Panikzone zu sammeln.

Das würde Dich noch mehr stressen und Dich darin bestätigen, wie gut und wichtig es ist, dass Du in jeglicher Hinsicht perfekt bist.

Ich empfehle daher, dass Du Dich lieber in Deiner Lernzone umsiehst.

Wie könnte der allerkleinste Schritt aus Deiner Komfortzone sein?

Hier siehst Du zur Verdeutlichung das Komfortzonenmodell:

Komfortzonenmodell

Gleichzeitig bist Du nun Zeuge eines Schrittes von mir aus meiner Komfortzone.

Warum?

Weil ich nicht zufrieden bin mit meiner Zeichnung…

Sie ist bei Weitem nicht perfekt.

Und sie entspricht nicht meiner Vorstellung, wie sie eigentlich aussehen müsste.

Aber mir ist bewusst, dass ich Dir dieses kraftvolle Modell sonst vermutlich nicht hätte zeigen können.

Ich habe mich also ganz bewusst und mutig gegen meinen Perfektionismus entschieden und habe einfach gezeichnet und gescannt, ohne immer und immer wieder anzufangen, Du siehst hier tatsächlich meine erste Fassung.

Vielleicht wäre die 10. Fassung besser gewesen.

Vielleicht auch nicht.

Ich hätte auch einen Grafiker beauftragen können, dann wäre dieser Artikel aber sicherlich nicht heute fertig geworden.

Ich hoffe, Du verstehst, worum es in dieser Übung gehen soll.

Vielleicht ziehst Du Morgen, bevor Du zur Arbeit gehst einfach mal zwei Socken mit unterschiedlichen Farben oder Mustern an.

Was auch immer Du tun wirst, ich bin mir sicher, Du wirst eine passende Herausforderung finden, die Dich fordert aber nicht überfordert.

Fazit

Ich halte es für eine gute Idee, sich mit dem eigenen Perfektionismus auseinanderzusetzen.

Wo bereichert er mich?

Und wo steht er mir eher im Wege?

Durch das Sammeln von Erfahrungen, dass auch das Unperfekte seinen Reiz und seine Berechtigung hat, kann es gelingen, sich geschmeidiger durch das eigene Leben zu bewegen.

Das heißt aber nicht, dass Du durch die Erfahrungen nun zum Schlendrian werden wirst.

Nein, aber Du wirst bewusster mit Entscheidungen umgehen können.

Du kannst frei entscheiden, was perfekt werden muss und was vielleicht auch mit 80% schon ganz gut aussieht.

Ich jedenfalls kann behaupten, dass ich mit meiner Skribbelzeichnung gut leben kann, auch wenn es in meinen Fingern juckt, gleich einen Grafiker zu beauftragen 😉

Ich wünsche Dir tolle Erfahrungen mit dem Unperfekten!

Nur das Beste
Dein Michael

Michael

Über Michael

Ich bin zertifizierter Business Coach (IHK) und liebe Veränderung und Persönlichkeitsentwicklung. Veränderung funktioniert dann nachhaltig, wenn wir ein klares "JA" dafür haben und wenn die Ziele, die wir uns setzen, nicht zu groß sind, und zu uns passen. Schritt für Schritt mutig aus der Komfortzone, vom Kleinen zum Großen.

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